SAP.info: SAP HANA für das kleinste Unternehmen der Welt

SAP.info: SAP HANA für das kleinste Unternehmen der Welt

4. Oktober 2014

Robert Vetter, Senior Vice President Global Ecosystem and Channels Readiness bei SAP, spricht über SAP HANA-Angebote für den Mittelstand sowie über Preise und Implementierungszeiten.

Im Februar 2012 hat SAP zwei neue SAP HANA-Angebote vorgestellt, die auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) zugeschnitten sind. Über Analytics Powered by SAP HANA for SAP Business One und SAP HANA Edge Version haben wir bereits berichtet, siehe Artikel “SAP HANA für Business One und Business All-in-One“.

Um mehr über die beiden neusten SAP HANA-Angebote zu erfahren, haben wir mit Robert Vetter, Senior Vice President Global Ecosystem and Channels Readiness bei SAP, gesprochen.

SAP.info: Welche Rolle haben Sie bei der Entwicklung der neuen SAP HANA-Angebote für KMU gespielt?

Robert Vetter: Ich leite die Einheit namens Global Ecosystem and Channels Readiness bei SAP, die zu der übergeordneten Global Ecosystem and Channels-Organisation unter der Leitung von Eric Duffaut gehört. Die Aufgabe meiner Einheit besteht darin sicherzustellen, dass unser Lösungsportfolio vertriebsfähig ist, also zum Beispiel, dass die Preis- und Partnerstrukturen für neue Lösungen, die wir auf den Markt bringen, bereitstehen. Im spezifischen Fall der neuen HANA-Angebote waren wir an der Gestaltung der Angebote und Preise beteiligt. Nun arbeiten wir am Rollout und sorgen natürlich dafür, dass unsere Partner in der Lage sind, den Weiterverkauf und das Upselling für die neuen Angebote erfolgreich zu handhaben.

SAP.info: Es wurden bereits kritische Stimmen laut, dass im Fall der neuen SAP HANA-Software für KMU nur wenige Partner für den Verkauf der Lösungen an die Kunden zugelassen sind. Wie qualifizieren sich Partner für den Verlauf von SAP HANA for SAP Business One oder Weiterverkauf von SAP HANA Edge Version und wie unterstützt SAP diesen Prozess?

Robert Vetter: Die SAP HANA-Lösung für SAP Business One befindet sich derzeit im Aufbau, was bedeutet, dass wir nur wenige Partner und Kunden für die Implementierung von HANA ausgewählt haben. Unser Schwerpunkt in dieser Phase liegt auf der Qualität. Daher erfolgte der Auswahlprozess in enger Zusammenarbeit mit unseren regionalen Strukturen und Vertriebseinheiten, um sicherzustellen, dass wir auch die richtigen Partner finden, die die Fähigkeit haben, SAP HANA bereitszustellen und die auch über einen geeigneten Kundenstamm verfügen. Es trifft also zu, der wir im Moment die Anzahl der zugelassenen Partner ein wenig einschränken. Doch sobald alles glatt läuft, werden wir weitere Partner aufnehmen.

Auch wenn SAP HANA Edge Version bereits verfügbar ist, möchten wir dennoch sicherstellen, dass unsere Wiederverkäufer in der Lage sind, die Lösung korrekt zu implementieren. Daher steht die Edge Version derzeit auf unserer Auf-Anfrage-Preisliste und nicht auf unserer Preisliste mit dem normalen Wiederverkaufspreis. Wir verzeichnen bereits ein reges Interesse seitens der Partner in Hinblick auf weitere Zulassungen. So haben wir bereits 500 Mitarbeitende von mehr als 150 Implementierungspartnern geschult, und es haben über 4.000 Berater an den SAP HANA-Schulungen von SAP Education teilgenommen.

SAP.info: Gibt es bereits Kunden, die SAP Business One Analytics Powered by SAP HANA oder SAP HANA Edge Version nutzen?

Robert Vetter: Da wir auf die Kunden mit vorhandenen Installationen von SAP Business One und SAP Business All-in-One abzielen, verzeichnen wir durchaus bereits eine Nachfrage. Anfang März ging unser erster Kunde mit SAP HANA for SAP Business One live. Und im Mittelstand sehen wir zahlreiche Kunden wie das Schweizer Unternehmen Ypsomed, die unsere RDS-Angebote für SAP HANA nutzen, wie zum Beispiel den CO-PA Accelerator oder RDS für operationales Reporting mit SAP HANA. Diese ersten Kunden zeigen sehr vielversprechende Prozessverbesserungen und bestätigen allesamt ihre verbesserte Wettbewerbsfähigkeit.

Unser Ziel sind zehn Live-Kunden für SAP HANA for Business One und zehn Kunden für SAP HANA, Edge Version bis zur SAPPHIRE NOW im Mai.

SAP.info: Wie lange dauert die Implementierung?

Robert Vetter: Für Business One nur wenige Tage. SAP HANA, Edge Version dauert ein wenig länger, weil SAP ERP als Backend-System fungiert und man die verschiedenen Kundenanforderungen berücksichtigen muss. Unsere RDS-Pakete für SAP HANA – die wir als primäre Markteinführungsmethode für SAP HANA Edge Version einsetzen – haben Implementierungszeiten von zwei bis acht Wochen.

SAP.info: Und wie sieht es mit der Hardware aus?

Robert Vetter: SAP hat in enger Zusammenarbeit mit den Partnern für Hardwaretechnologie eine spezifische Hardwarekonfiguration entwickelt, damit die Server in Kombination mit HANA einwandfrei arbeiten. Unsere Wiederverkäufer arbeiten außerdem mit lokalen Hardwareverkäufern zusammen, um die Hardware auf die Bedürfnisse der Kunden abzustimmen.

SAP.info: Die Kosten waren ein weiterer Kritikpunkt seit der Ankündigung der neuen SAP HANA-Angebote. Einigen Kritikern zufolge seien diese noch immer zu teuer für den Mittelstand. Wie denken Sie darüber?

Robert Vetter: Zunächst einmal sei gesagt, dass wir noch keine offiziellen Preise mitgeteilt haben. Ich kann Ihnen jedoch einige Hintergrundinformationen zum Preisbildungsprozess für HANA geben. Bevor wir uns auf irgendwelche spezifischen Preise festgelegt haben, sprachen wir zunächst einmal mit den Partnern über unsere Preisvorschläge, um deren Feedback dazu einzuholen. Wir standen in einem intensiven Austausch mit ihnen, um sicherzustellen, dass wir innerhalb der Budgetvorgaben der mittelständischen Unternehmen lagen. Hinzu kommt, dass die erforderliche Hardware ebenfalls auf das KMU-Segment zugeschnitten ist. So kann man Business One Analytics mit 20 Benutzern für unter 20.000 Euro implementieren, einschließlich der Hardware.

SAP.info: Wie stellt sich SAP die Nutzung dieser Software durch kleine Unternehmen vor? Die meisten mittelständischen Firmen werden wohl kaum regelmäßig viele Terabyte an Daten analysieren. Geht es also eher um die Geschwindigkeit?

Robert Vetter: Man sollte immer daran denken, dass HANA als Option angeboten wird. Sie können nach wie vor SAP Business One ohne HANA nutzen. Trotzdem gehen wir davon aus, dass größere SAP Business One-Kunden und SAP Business All-in-One-Kunden aus verschiedenen Gründen an SAP HANA interessiert sein werden. Der erste Grund ist natürlich die Geschwindigkeit – sie stellt einen wichtigen Vorteil dar. Berichte, die früher Minuten oder gar Stunden benötigten, dauern nun nur noch Sekunden. Es lässt sich nicht bestreiten, dass dies die Performance verbessert. Ein weiterer Vorteil ist, dass man Dinge tun kann, die ohne HANA einfach nicht möglich waren: neue Analysen, datenintensive Analysen und Controlling-Cockpits, um nur einige zu nennen.

Es gibt aber noch weitere, weniger offensichtliche Vorteile. Zum Beispiel bietet das Design von HANA mehr Freiheit bei der Strukturierung von Informationen, was ein flexibleres Reporting ermöglicht. Man kann die Daten ganz nach Belieben aufteilen. Es gibt aber auch neue Möglichkeiten im Bereich unstrukturierter Daten. Heutzutage ist nahezu jedes Unternehmen, ob groß oder klein, in sozialen Medien aktiv. Aber wie analysiert man diese Informationen? Mit SAP Business One Analytics Powered by SAP HANA erhält man eine höchst leistungsfähige Suchfunktionalität für Unternehmen, die strukturierte sowie unstrukturierte Informationen handhaben kann. Man kann dabei nach bestimmten Wörtern suchen und relevante Muster bestimmen.

SAP.info: SAP zufolge bedeutet SAP HANA eine Vereinfachung der IT-Landschaft, mit Kosteneinsparungen für Unternehmen. Können Sie erklären, wie dies bei KMU abläuft?

Robert Vetter: Mit HANA stellen wir vordefinierte Geschäftsinhalte bereit. Dies erzeugt von Vornherein Kosteneinsparungen, weil man die Inhalte nicht selbst erstellen muss. Man kann sie einfach direkt verwenden. Außerdem werden Dashboards und semantische Data-Marts bereitgestellt, durch die man die Informationen beliebig aufteilen kann, so dass man nicht auf von der IT zu erstellende neue Berichte oder Dashboards angewiesen ist. Ich denke, dass gerade hier viele der Kosten in einem Unternehmen auflaufen. Kurz gesagt: SAP HANA reduziert die Abhängigkeit von der IT, was zu Kosteneinsparungen führt.

SAP.info: Wie unterscheidet sich also dieser vordefinierte Inhalt von den durch SAP angebotenen Lösungen zur schnellen Bereitstellung (RDS)?

Robert Vetter: Die SAP Rapid Deployment Solutions ergänzen das Wertversprechen des Angebots. Mit den Lösungen zur schnellen Bereitstellung liefern wir im Grunde die vordefinierten Geschäftsinhalte für SAP HANA, Edge Version. SAP hat die Lösungen zur schnellen Bereitstellung für die Zusammenarbeit mit SAP HANA konzipiert. Dies ist Teil unseres allgemeinen Markteinführungskonzepts. Somit können Sie und sollten Sie die SAP ERP RDS für die Rentabilitätsanalyse oder die SAP RDS für die Kundensegmentierung mit SAP HANA nutzen. Diese Kombination bietet sich an. Übrigens können alle Lösungen zur schnellen Bereitstellung sowohl mit SAP HANA Edge Version als auch mit der Enterprise Version verwendet werden.

SAP.info: Bei der SAP TechEd 2011 in Madrid sagte SAP-Vorstand Vishal Sikka, dass SAP Business One die erste SAP-Anwendung sein würde, die komplett auf SAP HANA läuft. Können Sie erläutern, inwiefern das neue Angebot – Analytics Powered by SAP HANA for SAP Business One – anders ist?

Robert Vetter: Mit SAP Business One Analytics Powered by SAP HANA erhalten Sie ein HANA-Paket, das parallel zu Ihrer Installation von SAP Business One läuft. Technisch gesehen, handelt es sich um zwei Software-Instanzen, die jedoch miteinander in Verbindung treten können und sich automatisch gegenseitig aktualisieren, so dass der Endbenutzer nur eine Oberfläche sieht. Der Unterschied besteht darin, dass dieses Angebot auf OLAP basiert, also nur analytisch und noch nicht transaktional ist. Aber, wie Vishal Sikka sagte, es ist geplant, SAP Business One auf HANA auszuführen, wobei alle Transaktionen auf HANA laufen. Das steht noch aus.

SAP.info: Möchten Sie noch eine abschließende Bemerkung zu diesem Thema machen?

Robert Vetter: Wir sind davon überzeugt, mit SAP HANA die führende Technologie im Markt zu haben. Wirklich beeindruckend ist jedoch, dass SAP dieses Angebot sowohl für den größten Konzern der Welt als auch für das kleinste Unternehmen zugänglich macht – genau daran lässt sich das Potenzial dieser Technologie erkennen.

Quelle: SAP.info

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